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Le Corbusier Ohne Titel 1956
Aktueller Standort
Stadthaus, Gubelstrasse 22, 6301 Zug, 2. OG, Städtebau und Planung
Le Corbusier wird 1887 als Charles-Édouard Jeanneret, Sohn einer Pianistin und Musiklehrerin sowie eines Uhrenemaillierers, in La Chaux-de-Fonds geboren. Unter Charles l’Eplattenier besucht er dort die École d’Art, an der er Kurse in Zeichnen und Gravur belegt, sowie später den Cours Supérieur de Décoration. L’Eplattenier lenkt ihn in Richtung der Architektur und mit dessen Kollege René Chapallaz gestaltet Jeanneret im Jahr 1905 schliesslich sein erstes Haus, die Villa Fallet. Das Gebäude mit Elementen des Style sapin, einer Ausprägung des Jugendstils, beschert ihm die Mittel und das Ansehen, um ausgiebige Reisen durch Europa zu unternehmen, welche seine künstlerische und visuelle Entwicklung prägen und ihn in die Toskana, nach Budapest, Wien und schliesslich nach Paris führen. Während 15 Monaten arbeitet er dort bei Auguste Perret im Atelier. Nach einer kurzen Rückkehr in die Schweiz bricht er 1910 nach Deutschland auf, wo er die Kunstgewerbebewegung studiert, und bereist anschliessend den Balkan. Ab 1917 lässt sich Jeanneret in Paris nieder und begründet dort mit Amédée Ozenfant nicht nur den Purismus, sondern publiziert mit ihm und Paul Dermée auch die Zeitschrift L’Esprit nouveau (1920-1925). Darin verwendet Jeanneret erstmals das Pseudonym «Le Corbusier». Es folgen weitere prägende Bekanntschaften und Projekte in der Schweiz, in Europa, Asien, Nordafrika sowie Nord- und Südamerika. Le Corbusier trägt unter anderem aktiv zur Gründung der Congrès internationaux d’architecture (CIAM) bei, welche den Austausch avantgardistischer Ideen unter Architekten, Kunstschaffenden, Industriellen und Politikern in der Westschweiz zentral fördern. Der Pavillon Le Corbusier in Zürich wird 1960 von Heidi Weber in Auftrag gegeben und gilt als letzter umgesetzter architektonischer Entwurf Le Corbusiers. Das Gesamtkunstwerk wird 1967 eröffnet und dient als Ausstellungsraum, der heute im Auftrag der Stadt Zürich vom Museum für Gestaltung geführt wird. Le Corbusier ist neben seiner bedeutenden Rolle in der Architekturszene auch Stadtplaner, Schriftsteller, Theoretiker, Möbeldesigner und Kunstschaffender. Sein künstlerisches Oeuvre umfasst sowohl Malereien und Zeichnungen wie auch Lithografien, Fotografien, Skulpturen, Wandteppiche und Emaillierungen. Jeanneret zeigt während seiner gesamten Laufbahn eine grosse Neugier gegenüber seiner Umwelt und einen starken Willen, mit dieser in Austausch zu treten. Während der Ausbildung im Jura fasziniert ihn insbesondere die Natur, sowie das Gefühl, welches diese in ihm auslöst. Natur- ebenso wie kulturhistorische Objekte inspirieren ihn auch während seiner Zeit in Paris und die lebendige Volkskunst im Balkan und in den Mittelmeerländern prägen ihn stark. Im Purismus, dem er sich ab 1918 widmet, steht schliesslich die Nähe zwischen Kunst und Wissenschaft sowie eine Ästhetik der Ordnung, Reinheit, Harmonie und Klarheit im Fokus. Dabei besteht das Ziel darin, die Poesie eines hergestellten Gegenstandes und damit die Essenz des modernen Menschen auszudrücken. Formen und Proportionen stehen im Zentrum; erst ab 1928 tauchen schliesslich auch organische Elemente wieder vermehrt in seinen Werken auf. Le Corbusier widmet sich fortan einer freien und persönlichen Kunst; sie zeigt Disproportionen, Spannungen sowie Gegenüberstellungen von natürlichen Objekten wie Muscheln, Knochen oder Kieselsteinen mit geometrischen Formen und Handwerk. Ab den 1930er-Jahren rückt auch der menschliche Körper zunehmend in den Fokus von le Corbusiers Arbeit.
Gattung
Masse
Rahmenmass (H x B): 92.9 x 72.7 cm
Inventarnummern
KS 486