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Emil Dill Gattin
Aktueller Standort
Stadthaus, Gubelstrasse 22, 6301 Zug, EG
Emil Dill ist ein wichtiger Vertreter der Schweizer Moderne und während 40 Jahren der prominenteste Maler in Zug. Er wird 1861 in Pratteln als Sohn eines Kaufmanns geboren und besucht 1877/78 die Gewerbeschule Basel (heute Hochschule für Gestaltung und Kunst). Es folgen akademische Ausbildungen in Stuttgart und Karlsruhe sowie ein anschliessender Umzug nach Paris. Die französische Hauptstadt, die sich zu dieser Zeit zum europäischen Zentrum der modernen Kunst und zum Schmelztiegel diverser Kulturen entwickelt, dient auch für Dill als Inspirationsquelle. Es entstehen Aquarelle mit Ansichten der Stadt, deren Leichtigkeit und impressionistischer Charakter eine Neuerung in Dills Schaffen gegenüber der akademischen und konservativen Ausbildung an den deutschen Kunstzentren darstellt. Auch die Einflüsse des Japonismus auf die progressiven Künstlerkreise von Paris sind in diesen und weiteren Werken Dills zu finden. Einerseits zeigen sie sich in Form von Gestaltungsmodalitäten wie dem Anschneiden von Gebäuden und Personen, welche den Eindruck einer Momentaufnahme vermitteln, und andererseits in den Motiven selbst. Ein Beispiel dafür bieten seine späteren Werke Marie im Kimono I + II (kurz vor 1900). Auf die Zeit in Frankreich folgen weitere Ausbildungsjahre in München, wo er unter anderem Cuno Amiet (1868-1961) und Giovanni Giacometti (1868-1933) kennenlernt, mit denen er eine langjährige Freundschaft pflegt. Dill vertieft in München auch sein Wissen in kunsttechnischen und -theoretischen Bereichen und erlangt das Diplom zum Unterrichten von Zeichnen und Modellieren, welches ihm im Jahr 1894 die Gründung der eigenen Malschule mit Künstlerkollege Albert Fierz (1861-1913) in Zürich ermöglicht. Ein Jahr später folgt schliesslich der Umzug nach Zug: Dill bewirbt sich auf eine Stelle als Zeichnungslehrer an der kantonalen Industrieschule (heute Kantonsschule) und unterrichtet dort bis ins Jahr 1935 die Fächer Zeichnen, Kalligrafie und darstellende Geometrie. Mit dem neuen, geregelten Einkommen ist es ihm nun auch vergönnt, die aus Liestal stammende Marie Bohny zu heiraten, mit der er schliesslich zwei Töchter hat. Emil Dills intensive und vielfältigen Studienjahre zeigen sich auch in seinem künstlerischen Schaffen. Sein Oeuvre umfasst diverse Techniken und Stilarten, und seine Vorgehensweise folgt grundsätzlich dem akademischen Standard der deutschen Malschulen, bei der im Entstehungsprozess eines Werkes jeweils mehrere Studien und Skizzen des gleichen Motives in unterschiedlichen Techniken angefertigt werden. Der Grossteil seiner Arbeiten besteht aus Landschaftsmotiven und Veduten, gefolgt von Stillleben und Portraits. Die Sammlung der Stadt Zug beinhaltet diverse Werke aus dem Nachlass des Künstlers, darunter auch Die Dachauerin (1887), welches während Dills Zeit in München entsteht und als sein erstes Hauptwerk gilt.
Gattung
Material / Technik
Masse
Rahmenmass (H x B): 71.6 x 51.5 cm
Inventarnummern
KS 1094